Erfolgreiche Anwender
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Unverwüstlich auf schwierigem Terrain

Henning Stapelbroek leitet seit 2,5 Jahren einen Großbetrieb in Sachsen-Anhalt. Auf dem anspruchsvollen Standort hat er den gesamten Ackerbau auf Direktsaat umgestellt. Seine wichtigste Maschine bei dieser Aufgabe: eine Novag 650 T-Force-Plus.

Offen sein für Herausforderungen und ungewöhnliche Konzepte – das zeichnet Henning Stapelbroek aus. Beide Eigenschaften kann er bei seinem Job gut gebrauchen. Seit 2020 leitet der 29-Jährige den Ackerbau der Agrargenossenschaft in Tangermünde/Buch in Sachsen-Anhalt mit 1.300 Hektar Fläche.

Doch anders als in der nahegelegenen Magdeburger Börde sind die Standortbedingungen rund um das elbnahe Tangermünde alles andere als optimal für einen erfolgreichen Pflanzenbau. Wasser ist ein knappes Gut in der Region, im Schnitt gibt es nur knapp 500 Millimeter Niederschlag im Jahr. Dazu kommen extrem heterogene Böden, von leichten Sandböden bis zu schwerem Lehm.

Direktsaat als einzige Alternative

„Wenn man hier wirtschaftlich Ackerbau betreiben möchte, geht das eigentlich nur mit Direktsaat“, sagt Stapelbroek. Sein Ansatz: Die Anbaukosten bei Getreide dürfen nicht höher liegen als die Erlöse, die er mit Hektarerträgen von zwei Tonnen erzielt. Denn das ist der Mindestertrag, den er auch in sehr trockenen Jahren noch erreicht.

Deshalb war mit seinem Dienstantritt klar, dass die gesamte Ackerfläche nur noch per Direktsaat bewirtschaftet werden sollte. Dafür bringt der Landwirt die nötige Erfahrung mit. Denn schon auf seinem Ausbildungsbetrieb und seiner vorherigen Anstellung wurde viel mit Direktsaatverfahren gearbeitet.

Stapelbroeks wichtigste Maschine ist eine Novag 650 T-Force-Plus mit sechs Meter Arbeitsbreite und 24 Säscharen bei 25 Zentimetern Reihenabstand. Der Landwirt schätzt vor allem die Robustheit der Maschine, die auf den schweren Böden direkt an der Elbe gebraucht wird, um die Saattiefe sicher einhalten zu können.

„Mit Einführung der Direktsaat haben wir den Pflanzenbau komplett umgekrempelt“, erklärt Stapelbroek. So wurde zum Beispiel die Fruchtfolge deutlich erweitert. Neben verschiedenen Getreidearten baut er heute Körnermais, Raps, Sonnenblumen, Ackerbohnen und Erbsen an. Zwischenfrüchte sind bei fast allen Kulturen die Regel und auch die Düngung wurde angepasst. Eine Pflugfurche gibt es nicht mehr.

Eine Maschine für alle Kulturen

Die Novag wird für die Direktsaat aller Kulturen eingesetzt, egal ob Winterraps, Mais oder Ackerbohne. Dabei hat ihn die Maschine bisher auf vielen Ebenen überzeugt. „Das beginnt schon damit, dass es selbst bei größeren Strohmengen nicht zum Hairpinning kommt“, sagt Stapelbroek. „Die Saatkörner haben immer guten Bodenschluss und bleiben nicht im groben organischen Material hängen.“

Besonders wichtig ist für ihn, dass die Maschine mit den extrem unterschiedlichen, zum Teil sehr harten Böden gut zurechtkommt. Hier bewährt sich nach seiner Erfahrung die elektronische Schardruck-Anpassung IntelliForcePlus, die den Druck je nach Bodenwiderstand laufend optimiert.

Stapelbroek kann diese Funktion über das Novag-Display in der Traktorkabine verfolgen. „Das ist schon Wahnsinn, wie der Druck auf unseren Standorten hin und her springt“, berichtet er. „Das reicht selbst auf kleinen Flächen oft von 80 bar bis zum Maximaldruck von 200 bar. Ohne automatische Schardruck-Anpassung wäre die Saattiefe garantiert nicht so einheitlich.“

Maissaat ist Königsdisziplin

Besonders bei der Maisbestellung – laut Stapelbroek die Königsdisziplin der Direktsaat – spielt die Maschine ihre Vorteile aus. Denn Mais braucht gerade in der Startphase einen gut gelockerten, warmen Boden. Und dafür schafft die Novag-Technik optimale Voraussetzungen, egal, ob auf feuchten oder trockenen Böden.

Dabei nutzte er anfangs noch einen Einzelkornleger für die Maissaat, bis er im Vorjahr eine Art Schlüsselerlebnis hatte. Bei einsetzendem Regen musste er auf schwerem Boden die Saat mit dem Einzelkornleger abbrechen. Den Rest der Fläche säte er mit der Novag. „Obwohl wir die Körner nicht mal vereinzelt haben, waren die Pflanzen auf diesen Flächen später viel vitaler und der Mais stand deutlich besser als auf den konventionell bestellten Flächen.“

Stapelbroek führt das darauf zurück, dass die Scheiben des Einzelkornablegers den Bodenbereich rund um das Saatkorn stark verdichten, vor allem bei feuchten, schweren Böden. Das verzögert die Erwärmung und erschwert die Durchwurzelung. Bei Ablage mit dem T-Slot-Schar der Novag entstehen dagegen so gut wie keine Verdichtungen in diesem sensiblen Bereich.

Vereinzeln mit dem Novag-Mais-Kit

Aufgrund der guten Erfahrungen hat er im laufenden Jahr die gesamten
80 Hektar Körnermais auf schweren Böden mit der Novag bestellt. Dafür ergänzte er die Maschine um das Novag-Mais-Kit, mit dem die Körner vor Ablage vereinzelt werden können. Auch wenn die Ablagequalität nicht ganz das Niveau eines Einzelkornlegers erreicht, ist Henning Stapelbroek mit dem Ergebnis zufrieden.

In der aktuellen Saison hatte er allerdings mit ganz anderen Bedingungen zu kämpfen. Die Böden waren zum Saattermin sehr trocken und hart. „Mit dem Einzelkornleger wäre ich gar nicht in den Boden reingekommen“, erzählt Stapelbroek. Auch die Novag sei bei der Ablagetiefe von fünf Zentimetern an ihre Grenzen gestoßen. „Aber wir haben eine saubere Ablage hinbekommen. Und wo die Novag nicht reinkommt, kommt keine Direktsaatmaschine rein“, sagt Stapelbroek.

Ein weiterer Punkt, den der Landwirt an der Novag schätzt, ist ihre Variabilität. „Die Maschine bietet einfach wahnsinnig viele Möglichkeiten“, sagt Stapelbroek. „Wenn man die nutzen will, ist das genial.“ Und er will diese Möglichkeiten nutzen. Je nach Kultur experimentiert er immer wieder mit verschiedenen Untersaaten oder Zwischenfruchtmischungen. Möglich macht dies ein variables System mit austauschbaren Saatguttanks und individuell einstellbaren Säscharen, mit denen jede Kultur in der optimalen Saattiefe abgelegt werden kann.

Vier Tanks mit vier verschiedenen Komponenten

Diese vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten schöpft er besonders bei der Rapsbestellung aus. Neben den feinen Rapssamen bringt er dabei in einem Arbeitsgang eine Zwischenfruchtmischung als Begleitsaat aus, eine Unterfußdüngung und Schneckenkorn, wahlweise oberflächlich oder im Boden. „Und alles kommt genau dahin, wo es hingehört“, freut sich Stapelbroek. „Das soll uns erstmal einer nachmachen, vier Tanks mit vier verschiedenen Komponenten gleichzeitig zu nutzen.“

Auch im Wintergetreide hat er mit seinem Direktsaatkonzept und der Novag schon erste Erfolge erzielt. Nach zwei Anbaujahren beobachtet er schon einen deutlich rückläufigen Besatz mit Trespe, dem Problemunkraut des Betriebs in Getreide. Stapelbroek führt das auf die Direktsaat zurück. Die meisten Trespensamen in den oberen Bodenschichten seien inzwischen aufgelaufen. Da die Novag den Boden nur schlitzt und bei der Saat kaum bewegt, gelangen keine neuen Samen mehr nach oben und der Trespendruck geht immer weiter zurück.

Keine Sandstürme mehr im Ort

Einen weiteren Effekt der Direktsaat bemerkten sogar die Nachbarn im Ort. Sie wunderten sich im ersten Anbaujahr mit der Novag, warum im Sommer keine Sandstürme mehr durchs Dorf zogen. Solche Sandstürme waren bis dahin üblich, weil die großen, konventionell bestellten Flächen lange Zeit offen lagen und entsprechend anfällig für Winderosion waren.

Henning Stapelbroek überrascht das nicht: „Durch die Direktsaat ist der Boden viel besser geschützt, entweder durch eine Zwischenfrucht oder eine Mulchauflage.“ Dazu kommen die pflanzenbaulichen Vorteile des Verfahrens. „Mit der Direktsaat haben wir definitiv mehr Wasser im Boden. Die Mulchauflage senkt die Verdunstung einfach massiv“, sagt Stapelbroek. Deshalb halten die Bestände nach seiner Beobachtung bei anhaltender Trockenheit einige Tage länger durch als konventionell gesäte Kulturen.

Mehr Regenwürmer, bessere Bodenstruktur

Auch bei der Bodenstruktur zeigen sich bereits nach zwei Anbaujahren erste Veränderungen. Stapelbroek: „Wir haben auf unseren Flächen viel mehr Regenwürmer als vor Einführung der Direktsaat.“ Außerdem beobachtet er, dass der Boden durch die Ausscheidungen der Mikroorganismen in der oberen Krume eine immer bessere Gare entwickelt. „Man kommt viel früher auf die Flächen, der Boden trägt besser und klebt nicht“, sagt Stapelbroek.

Die vielen positiven Entwicklungen haben sich inzwischen auch bei benachbarten Betrieben herumgesprochen, das Interesse an der Direktsaat ist groß. Stapelbroek erhält immer mehr Anfragen für die Novag. Allein in diesem Jahr hat er schon über 200 Hektar im Lohn bestellt. Damit sieht er sein Konzept bestätigt: „Meiner Meinung nach kommt man in trockenen Regionen wie bei uns nicht an der Direktsaat vorbei. Es ist hier der einzig sinnvolle, nachhaltige Weg.“

Kostendeckend, auch in trockenen Jahren

Dabei schließt er ausdrücklich die Wirtschaftlichkeit der Novag mit ein. Bei Fahrgeschwindigkeiten von acht bis zehn Kilometern pro Stunde kommt er auf eine Flächenleistung von bis zu vier Hektar pro Stunde. Zudem entfallen die Kosten und der Arbeitsaufwand für das Pflügen und Grubbern zur Saatbettbereitung. „Mit dem Pflug wäre es gar nicht möglich, in sehr trockenen Jahren kostendeckend zu arbeiten“, meint Stapelbroek.

Bisher erreicht er mit der Direktsaat bereits die gleichen Erträge wie bei der früheren konventionellen Bestellung – allerdings mit deutlich geringerem Aufwand. Er geht aber davon aus, dass sich mit steigenden Humusgehalten und einer zunehmend besseren Bodenfruchtbarkeit noch höhere Erträge erzielen lassen.

Dafür brütet der experimentierfreudige Landwirt bereits über weitere Ideen, wie sich Fruchtfolge, Zwischenfrüchte, Untersaaten und Unterfußdüngung noch besser kombinieren lassen. „Mit der Novag habe ich fürs Experimentieren ja genau die richtige Maschine“, sagt Stapelbroek und lacht.